Häufig gestellte Fragen zum Thema Bier


1.)Wie werden die KiGel-Produkte hergestellt?

KiGel-Kieselgelprodukte werden durch Mischen von Wasserglas (Na2O x 3,3 Si O2) mit verdünnter Schwefelsäure (H2SO4) hergestellt. Bei bestimmten pH entsteht Natriumsulfat (Na2 SO4) und das Kieselgel fällt als gallertartige Masse aus (3,4 Si O2). Die Gallerte wird ausgewaschen und unter chemischer Wasserabspaltung ohne Teilchenvergrößerung getrocknet. Durch Vermahlen werden die Kieselgele auf einen gewünschten Feinheitsgrad eingestellt.

2.)Sind Kieselgele zur Bierstabilisierung zugelassen?

Kieselgele sind in Wasser und Bier unlöslich sowie geschmacks- und geruchsneutral. Kieselgele werden auf technischem Weg (z. B. Filtration) wieder aus dem Bier entfernt. Kieselgele entsprechen den Anforderungen des Reinheitsgebots.

3.)Was bewirken Kieselgele im Bier?

Kieselgele adsorbieren hochmolekulare Eiweißverbindungen und verbessern dadurch die chemisch-physikalische Stabilität

4.)Was ist chemisch.-physikalische Stabilität?

Die chemisch-physikalische Stabilität ist als Zeit definiert, über die ein Bier nach Filtration und Abfüllung Klarheit und trübungsfreies Aussehen behält..

5.)Worauf beruht die Wirkung der Kieselgele?

Alle KiGel-Produkte sind hochporöse Adsorptionsmittel, die in der Lage sind, hochmolekulare Eiweißverbindungen zu binden. Entscheidend für die Wirkung ist nicht die Oberfläche, sondern der Porenradius und das Porenvolumen.

6.)Wie entsteht die Kältetrübung im Bier?

Die Kältetrübung entsteht beim Kühlen der Biere. Die Trübung ist eine Folge der Wechselwirkung zwischen Proteinen und Flavanoidpolyphenolen.

7.)Wo werden die KiGel-Produkte am häufigsten zur Stabilisierung eingesetzt?

In den meisten Fällen werden KiGel-Produkte unmittelbar vor der Filtration, zusammen mit der Kieselgur, dem zu behandelden Bier zudosiert. Die Dosagen schwanken je nach Haltbarkeitswünschen und Anforderungen zwischen 30-80 g/hl.

8.)Ist der Einsatzzeitpunkt vor der Kieselgurfiltration optimal für die Wirkung der KiGel-Produkte?

Durch die kurze Kontaktzeit von etwa 3 Minuten zwischen Filterein- und Filterauslauf beträgt der Wirkungsgrad max. 85 %. Optimal wäre die Zwischenschaltung eines Puffertanks, damit die Kontaktzeit auf ca. 30 Minuten verlängert werden kann.

9.)Was bedeutet ein Warmtag im Labor beim Forciertext 0°C - 40°C bzw. 0°C - 60°C bei der Umrechnung auf Praxisverhältnisse (Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums)?

Ein Warmtag im Text 0°C-40°C entspricht ca. 15 Praxistagen. Ein Warmtag im Test 0°C-60°C entspricht ca. 30 Praxistagen..

10.)Wie kann ich die Filterstandzeiten bei der Kieselgurfiltration verbessern?

Die Dosage von 30-40 ml/hl Brausol P zwischen Gärung und Reifung optimiert die Filterstandzeiten. Trübungspartikel und filtrationshemmende Stoffe werden durch Brausol P adsorbiert und durch Sedimentation aus dem Bier entfernt. Es muss aber beachtet werden, dass die Sedimentationszeit im Lagertank zwischen 1,3-1,5 m in 24 h beträgt..

11.)Ist die Entfärbung von Bier bis zu einer Farbe von 0,1 - 0,2 EBC möglich?

Ausgangspunkt ist eine möglichst helle Bierfarbe. Das endvergorene Bier wird mit ca. 200-300 g/100 L Granucol® BI behandelt. Das behandelte Bier wird zur Optimierung der Kontaktzeit ca. 24 h im Kreislauf gepumpt. Anschließend wird direkt aus dem Lagertank filtriert..

12.)Enzymeinsatz im Sudhaus, ist das erlaubt?

Innerhalb des Reinheitsgebots ist der Zusatz von technischen Enzymen beim Maischen im Sudhaus nicht erlaubt. Sobald die Biere jedoch ins Ausland exportiert werden, ist ein Einsatz technischer Enzyme möglich..

13.)Wann ist der Einsatz technischer Enzyme beim Bierbrauen notwendig?

Beim Bierbrauen mit hohen Rohfruchtanteilen (mehr als 30%) ist die Zugabe von technischen Enzymen notwendig. Die natürlichen Enzyme (Amylasen und Glucanasen) vom Malzanteil reichen nicht aus für die Stärkehydrolyse und den ß-Glucanabbau.

14.)Welche Amylase wird beim Infusionsmaischverfahren und bei hohem Rohfruchteinsatz zudosiert?

Die verkleisterte, aufgeschlossenen Stärke wird mit der Bakterien alpha-Amylase Beerzym Amyl verflüssigt. DasEnzym hat eine optimale Aktivität bei Maische-pH und einer Temperatur von 70 °C. Die Dosage beträgt 150-350 ml/t Rohfrucht..

15.)Welche Amylase wird beim Dekoktionsmaischverfahren eingesetzt?

Beim Dekoktionsmaischverfahren ist der Einsatz einer thermostabilen alpha-Amylase zur Stärkeverflüssigung notwendig. Die alpha-Amylase Beezym Amyl HT hat ein Temperaturoptimum zwischen 85-95 °C. Die Dosage beträgt 80-250 ml/t Rohfrucht.
Beerzym Amyl ST hat einen Wirkungsbereich bis 105 °C. Die Dosage beträgt 200-400 ml/t Rohfrucht..

16.)Können niedrige Schaumzahlen im fertigen Bier verbessert werden?

Ursachen sind z.B. hochgelöste Malze mit niedrigem Eiweißgehalt oder extrem hohe Dosagen an Bierstabilisierungsmitteln.
Mit Erbostabil können die Schaumzahlen deutlich verbessert werden. Erbostabil wird aus Bierhefe gewonnen. Aus Hefezellen wird Hefeeiweiß isoliert. Die Hefebestandteile werden vor der Kieselgurfiltration dem Bier zudosiert. Mit einer Dosage zwischen 5-10 g/100 L werden die Schaumzahlen um 10-20 % verbessert
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